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Unser nächster 'FJR1300 Sachsen' Stammtisch findet am Donnerstag 27-09-2018, ab 18:30 statt. Wir treffen uns im Bürgergarten Döbeln, 04720 Döbeln Friedrichstraße 20a

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Motorradtouren

2014 England

Nachdem wir letztes Jahr in Deutschland viel Wasser ab bekommen haben und wir unser Equipment auf Wasserdichtheit testen konnten, wollen wir dieses Jahr nach England. Wir wollen Südengland befahren. Auch hier sollen wir viel Gelegenheit bekommen, das Equipment auf extreme Wetterbedingungen zu testen. Auf die Insel fahren wir mit der Fähre von Dünkirchen (Dunkerque) in Frankreich nach Dover (England). Unsere weitere Tour wird uns durch das Cornwall und Südengland führen. Es wird unsere erste Motorradtour mit Linksverkehr. Nach dieser Woche wird der Tacho unserer Maschinen ca. 3500km mehr anzeigen. Der Presi ist noch am planen, es kann also der ein oder andere Kilometer dazu kommen.. Das Motto der Tour "god save the queen and the adhesion between tire and road" Welcher Tag wäre nicht besser geeignet eine Motorradtour nach England anzutreten, als Freitag der 13te! Es begann auch richtig gut. Am Freitag gegen Mittag setzt sich mein Handy (von allein) auf Werkseinstellung zurück! Alle Telefonnummern und Kontaktdaten sind flöten. Zum Glück hatte ich noch eine alte Datensicherung. Das sollte aber das kleinste Problem auf der Tour bleiben. Wir starten dieses Jahr in zwei Gruppen. Das Brandenburger Team startet bereits mittags, wir aus Sachsen kommen erst 17:00 auf die Piste.


Freitag:Thorsten und ich fahren an diesem Tag 355 km bis nach Hannoversch Münden im Landkreis Göttingen. Hier schlagen wir das erste Mal die Zelte auf. Bei unserer Ankunft müssen wir feststellen, dass Thorsten in der Packrolle eine Büchse Bier geplatzt ist.. Die Brandenburger sind auf dem Campingplatz Paradiessee in Wendeburg-Meerdorf. Wir halten Kontakt per SMS. Direkt neben unseren Zelten hat sich auch eine junge finnische Motorradfahrerin nieder gelassen, wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass sie sich mit ihrem Freund in Österreich treffen will.

Samstag:Auf einem Parkplatz kurz vor der holländischen Grenze treffen wir uns. Das Team Brandenburg kommt eine satte Stunde zu spät. Wer hier wohl wieder gebummelt hat?? Hier werden die ersten Neuigkeiten ausgetauscht, denn einige haben Thorstens neues Saisonmotorrad noch nicht gesehen. Er ist dieses Jahr mit einer http://www.motorradonline.de/einzeltest/top-test-buell-ulysses-xb12x/104531 Buell Ulysses XB12X unterwegs. Die Buell wird erst mal ausgiebig bestaunt. Dabei fällt Thorsten auch gleich ein erstes Problem auf. Ein Simmerring der Telegabel (Upside-down-Gabel) ist undicht. OhOh, und das zu Beginn der Tour.

So kommen wir erst mal weiter bis nach Dünkirchen. Die Strecke legen wir komplett auf der Autobahn zurück. Die Fähre legt 20:00 Uhr ab und wir wollten spätestens 19:15 Uhr am Terminal sein. Für einen kleinen Abstecher an den Strand von Dünkirchen bleibt noch Zeit. Das Wetter ist sonnig und windig, deshalb tummeln sich hier auch eine ganze Menge Kitesurfer.

In Dünkirchen kann man auch noch alte, zerstörte Bunkeranlagen des Atlantikwalls besichtigen. Diese dienten der Sicherung des Hafens von Dunkerque. Bereits 1778 wurden erste Befestigungsanlagen eingerichtet. Diese wurden immer weiter ausgebaut und hatten 1939 die größte Ausdehnung. Die alten Anlagen stehen heute unter Denkmalschutz. Leider sind viele mit Graffiti besprüht.

Auf dem Weg zur Fähre wollten wir den kurzen Weg am Wasser nehmen. Leider ist der kurze Weg nicht immer der Schnellste. Hier werden wir ca. 30 Minuten von einer "Zugbrücke" aufgehalten. Später stellt sich raus, dass dieser Weg noch mehr dieser monströsen Bauwerke beinhaltet. Klar war auch die nächste oben! Was sonst?! Deshalb haben wir eine Wendung auf der Stelle gemacht und sind den langen, aber schnelleren Weg zum Fährterminal gefahren.

Auf der Fähre werden die Motorräder mit dicken LKW Spanngurten fest verzurrt. Wir haben glatte See und mit großen Wellen ist bei dem tollen Wetter nicht zu rechnen. Die Straße von Dover gehört zu den Schifffahrtsstraßen mit dem dichtesten Schiffsverkehr auf der Welt (über 350 Schiffe pro Tag). Die geringste Breite beträgt 33 km.

Die englische Küste empfängt uns mit einem tollen Sonnenuntergang. Wir landen in Dover. Dover liegt in der Grafschaft Kent. 21:00 Uhr Ortszeit. Jetzt heißt es, sich zu konzentrieren, denn ab jetzt müssen wir links fahren. Zum Glück sind es für heute nur 15km bis zum Zeltplatz "little Switzerland". Dieser liegt direkt an der Steilküste (Kreidefelsen). Die Kreidefelsen von Dover sind helle weiße Klippen, die einen Teil der britischen Küstenlinie formen.

Sonntag:Der erste Morgen auf der Insel. Das Wetter meint es gut mit uns. Alles trocken und die Temperaturen sind optimal zum Motorradfahren. Leider geht es Winkel nicht so gut und er beschließt noch einen Tag länger in "Switzerland" zu bleiben. Wir geben ihm die Wegpunkte für die nächsten Touren. Danach frühstücken wir, bauen die Zelte ab, hierbei bricht mir eine Zeltstange (ALU) naja wir sind ja auch am Freitag dem 13. gestartet. Den Schaden kann ich am nächsten Campingplatz beheben. Ich habe Ersatz mit. Jetzt starten wir die erste geplante Tour Richtung Westen.

Als erstes brauchen wir die energiespendenden Säulen mit viel Oktan und wenig Blei für die Maschinen. Dies erwies sich aber als Problem, es ist Sonntag und die meisten Tankstellen haben zu, an anderen springt uns das ein großes fettes Schild "Sorry, Out of Service" entgegen. Langsam wird es bei den ersten Maschinen dünn im Tank. Zum Glück und Dank unserer OSM Karten finden wir eine kleine Tankstelle, die geöffnet hat.

Wir stoppen in Herstmonceux und sehen uns Herstmonceux Castle an. http://www.herstmonceux-castle.com http://www.herstmonceux-castle.com Herstmonceux Castle war von 1958 bis 1990 Sitz des Royal Greenwich Observatory. Es beherbergt jetzt das International Study Centre der Queen’s University, Kingston, Kanada. Auf dem Gelände sind ebenfalls das Observatory Science Centre mit den Teleskopen des ehemaligen Observatoriums und das Herstmonceux Medieval Festival beheimatet. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Herstmonceux

Ursprünglich im Jahre 1441 gebaut, fiel die Burg dem Verfall zum Opfer und das Innere wurde 1777 entkernt. Die Ruinen blieben eine Attraktion, bis es durch Oberst Lowther, zum Wiederaufbau und Renovierung im Jahr 1911 kam. Wir bleiben hier eine Weile und sehen uns den schönen Garten an. Es wachsen hier jede Menge Rosen und Ziergehölzer. Alles "very britisch".

Unsere Reise setzen wir fort in Richtung Westen. Plötzlich hält Thorsten mit seiner Buell auf einem Fußweg, alle denken sich noch, welch blöder Platz für eine Pause. Doch weit gefehlt, die Kupplung ist hin. Die Buell trennt die Kupplung nicht mehr und das Schalten hört man bis in den Buckingham Palace. Wir brechen die Tour ab und suchen nach einem Campingplatz um den Schaden zu begutachten. Es gibt einen und dieser passt hervorragend zur Situation. Der Name ist "Sheepcote" https://www.caravanclub.co.uk/club-sites/england/south-east-england/east-sussex/brighton-caravan-club-site/. Ein Blick in das Getriebe verheißt nichts Gutes.

Es ist Sonntag Abend. Heute Abend geht gar nix mehr. Wir telefonieren mit Stefan (Harley Fahrer in good old Germany) und er sucht uns eine Werkstatt in der Nähe raus. Leider erreichen wir die Werkstatt heute nicht. Also müssen wir etwas gegen den Frust tun, wir beginnen mit einem Cocktail "Nährkrumen" aus der Tüte. Jetzt kommt Thorstens neue Geheimwaffe zum Einsatz, ein Minikocher mit 3500 Watt und einem Sound als ob die Royal Air Force einen Jet warm laufen lässt. Das Wasser kocht innerhalb von 6 Minuten. Später wird dieser chemische Brei mit reinen edlen Getränken verdünnt..

Montag: Am Morgen telefonieren wir mit der Harley Werkstatt, diese hat leider keine freien Kapazitäten für uns(!?), vermittelt uns aber einen Schrauber in Brighton. Nach einer kleinen Irrfahrt durch die Stadt, wir hatten einen falschen Straßennamen bekommen bzw.verstanden, finden wir die kleine Werkstatt in einem Randgebiet von Brighton. Er sieht sich den Schaden an und schüttelt ständig mit dem Kopf, dabei fällt in jedem Satz das Wort "fucking". Es stellt sich raus, dass das Nadellager (Bearing 9214) defekt ist. Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir noch nicht, was das bedeutet. Aber wir sind schon mal entsetzt!

Die hellbraune Flüssigkeit hier auf dem Foto ist übrigens kein Milchkaffee, sondern das ist das Öl der Buell. Wir vermuten, das Wasser in das Getriebe gekommen ist. Allerdings kann sich niemand erklären wie! Thorsten hatte dieses Jahr bereits einige Hektoliter Wasser von "oben" ab bekommen. Der Schrauber telefoniert mit seinen Bekannten. Ergebnis: Das "Bearing 9412" ist in ganz Großbritannien nicht verfügbar. Er will sich aber weiter kümmern. Thorsten nimmt frustriert hinter mir, auf der FJR1300 Platz und wir fahren an den Brighton Pier um Fish & Chips zu essen. Das englische Nationalgericht.

"Fish and Chips" ist ein Gericht aus in Backteig frittiertem Fischfilet und dicken frittierten Kartoffelstäbchen. Sie gelten als Nationalgericht in Großbritannien. Hier schmieden wir einen Plan wie es weiter gehen soll. Wie es aussieht hängen wir auf dem Sheepcote erst mal fest. Wir sind uns jedoch einig, den Urlaub lassen wir uns durch schlechte Nachrichten nicht versauen und machen das Beste daraus. Per SMS erfahren wir dort, das Winkel sich erholt hat und zu uns nach Brighton gefahren kommt.

Es ist Montag Mittag und wir beschließen in das 100Km entfernte Portsmouth zu fahren. Portsmouth ist eine Hafenstadt an der Südküste Englands in der Grafschaft Hampshire. Ende des 15. Jahrhunderts entstand der Hafen im Westen der Stadt. Heinrich VII. machte Portsmouth zum „Royal Dockyard“ und legte das erste europäische Trockendock seit der Antike an. Der Hafen entwickelte sich zum wichtigsten Marinestützpunkt der Royal Navy. Heute kann man hier die Museumsschiffe HMS Victory und HMS Warrior besichtigen. (für 18 Pfund pro Nase)

Wir sind rechtzeitig an unserem Schlafplatz zurück, denn wie man sieht hat dieses "Matrosenhuhn" es auf unsere Reserven abgesehen. Diese Möwen schrecken auch nicht vor verschlossenen Zelten zurück, sie zerren alles was sie irgendwie schnappen können unter den Zeltwänden hervor und verteilen es auf der Wiese. Auch Eichhörnchen und Hasen beschaffen sich auf diese Weise Futter und Spielzeug.

An diesem Abend kann unser Pechvogel schon wieder etwas lachen. Das kann aber auch am hervorragenden Sitzmöbel liegen. Dieses Saisonhighlight hatte bei allen große Anerkennung gefunden. An diesem Abend konnte (nein musste) jeder einmal auf diesem königlichem Sessel (mit sehr kleinem Packmaß) Platz nehmen. Winkel ist bereits auf dem Zeltplatz als wir von unserem Ausflug zurück kommen. Somit ist die Truppenstärke wieder vollzählig.

Dienstag: Thorsten telefoniert mit dem Schrauber. Die Wolken am Ersatzteilhimmel werden immer dunkler, das Bearing 9214 ist nur in der der USA bestellbar. Wir ordern es auf schnellstem Weg und beschließen nach Stonehenge zu fahren. Stonehenge ist ein in der Jungsteinzeit errichtetes und mindestens bis in die Bronzezeit genutztes Bauwerk, nördlich von Salisbury. Es besteht aus einer Grabenanlage, die von einer aus mehreren konzentrischen Steinkreisen gebildeten Megalithstruktur umgeben ist. Weitere Megalithe sowie zwei Hügelgräber finden sich in unmittelbarer Nähe. [ Quelle & Infos: Wikipedia Stonehenge ]

Wir sparen uns den Eintrittspreis von 15Pfund und laufen die 2 Kilometer vom Besucherzentrum bis zur eigentlichen "Attraktion". Leider haben die Briten das Gelände um die Steinkreise mit Stacheldraht und Bauzähnen so abgesperrt, das man nur auf ca. 100 Meter ran kommt. Gut das wir gute Kameras dabei haben. Nach unserem Besuch, 2014 haben 36 000 Personen, Touristen wie gläubige Druiden, in der Vor-Nacht den Beginn des längsten Tags des Jahres in Stonehenge gefeiert. Die Menschen genossen das Ereignis, Polizei nahm jedoch 25 Personen - überwiegend wegen Drogendelikten - fest. [Quelle: Wikipedia Stonehenge]

Die 2 Kilometer Rückweg müssen wir nicht laufen, ein Busfahrer hat Mitleid mit uns und nimmt uns kostenlos mit zurück zum Besucherzentrum. Hier nehmen wir noch ein isotonisches Kaltgetränk und fahren die ca. 200 Km zurück nach Brighton. Auf dieser Rückfahrt ging auch nicht alles glatt. In einer schnellen, rechts-links-rechts-links Kurvenkombination haben wir unseren Henry verloren. (nächstes Jahr werden wir wohl die Gruppenfahrregeln verlesen) Ich bin zurück gefahren und habe ihn wieder eingesammelt. Im weiteren Verlauf macht die Kawasaki GPZ 1000 nach einem kurzen Tankstop Probleme. Sie läuft nur noch mit einem dreiviertel der Leistung.

Der tägliche Weg durch Brighton ist Horror. Bedingt durch das hohe Verkehrsaufkommen und diverse Baustellen, brauchen wir für die ca. 11Km meist 40 Minuten. Nachdem ich diese Stadtdurchfahrt täglich "geübt" habe, schaffe ich die 11km am letzten Tag ohne Navi in 20 Minuten..

Mittwoch: Die Kawa macht uns nun auch Sorgen. Wir fragen bei unserem täglichen Besuch beim Harleyschrauber ob er sich das Maschinchen auch ansehen kann. Er lehnt ab. "fucking japan motorcycle" fasst er nicht an. Er fährt aber kurzerhand mit uns zu einer Werkstatt für alle Marken (außer Harley). Der Chef schnappt sich ein kontaktloses Thermometer und findet recht schnell den Fehler. Ein Zylinder ist kalt. Wir sollen die Kawasaki da lassen und am nächsten Tag abholen. Nun sind nur noch 4 Motorräder fahrtüchtig.. wenn das so weitergeht.. die BMW spuckt auch seit dem letzten Tanken..

Die beiden temporären "Sozias" sprechen sich nun gegenseitig Mut zu, denn nun muss "Hr. Mating" bei seinem Bruder auf der Honda den hinteren Platz belegen. Ihm ist dabei himmelangst und wir starten zu einer 4 Castle Tour mit 4 Maschinen.

Im Stand kann er noch lachen, aber wir wissen, dieses Lachen ist nur aufgesetzt. Hinten drauf ist das Motorradfahren doch extrem anders.. Respekt an alle Sozias dieser Erde!

Das erste Castle auf unserer Tour liegt in Bramber. Bramber ist eine Gemeinde im Distrikt Horsham in Südengland. Es liegt am nördlichen Ende der South Downs nahe dem Fluss Adur. Der Name Bramber stammt vermutlich vom angelsächsischen Brymmfurth, was so viel bedeutet wie „befestigter Hügel“. Aufgrund dieser Namensherkunft wird davon ausgegangen, dass Bramber schon vor der Errichtung seiner normannischen Burg ein Militärstützpunkt war. [ Quelle Wikipedia Bramber]

Vom Castle steht nicht mehr viel. Bramber Castle ist eine vermutlich aus dem Jahr 1070 stammende Erdhügelburg. Nach der normannischen Eroberung Englands im Jahre 1066 errichtete William de Braose um das Jahr 1070 auf einem natürlichen Hügel nahe dem Dörfchen Bramber die Erdhügelburg Bramber Castle sowie eine normannische Kirche, die noch bis heute erhalten ist und noch immer für Gottesdienste verwendet wird. Das Castle wurde im Bürgerkrieg 1642 schwer beschädigt. [Quelle Wikipedia Bramber Castle]

Wir fahren weiter nach Arundel. Arundel ist eine Ortschaft im Süden Englands in der Grafschaft West Sussex. Dieses Castle hatten wir die letzten Tage schon öfter im Vorbeifahren gesehen. Nun wollen wir es aus der Nähe inspizieren. Im Ort ist die Hölle los. Mit Bussen werden ganze Kompanien Touristen hergebracht. Wir suchen einen Parkplatz, aber das Ordnungspersonal will uns nicht auf den Parkplatz lassen. Sie sind der Meinung wir wollen uns das Castle NICHT ansehen!? upps, sehen wir jetzt schon so räudig aus? Also suchen wir uns Parkplätze zwischen den Autos gegenüber der Kathedrale.

Die Kathedrale Our Lady and St. Philip Howard wurde erst im 19. Jahrhundert im Stil der französischen Gotik um 1400 erbaut und am 1. Juli 1873 geweiht. Erst 1965, mit der Errichtung des Bistums Arundel und Brighton, wurde die Kirche zur Kathedrale. Die Kathedrale von Arundel ist aus Backstein erbaut und mit Bath Stone verkleidet. Sie ist eine geostete dreischiffige Basilika mit Querhaus in Nachahmung der französischen Kathedralgotik. Die Orgel auf der Westtribüne wurde von dem Orgelbauer William Hill erbaut. Das Instrument stand ursprünglich in der St John's Church in Islington, und wurde erst 1873 für die Kathedrale erworben und dort in einem neuen Gehäuse aufgestellt. Die Orgel hat 39 Register auf drei Manualen und Pedal. [ Quelle Wikipedia Kathedrale Arundel]

Wir wollen raus, in etwas menschenleere Gegenden und fahren am Fluss Arun weiter Nördlich. Im kleinen Ort Houghton, West Sussex, direkt an der Brücke über den Arun entdecken wir ein kleinen Pub mit Biergarten. Die ideale Stelle für ein Lunch. Die Sonne brennt und es ist schon fast zu warm zum Motorradfahren. Wir beschließen das letzte Castle auf unserer Tour nicht zu besichtigen und auf kleinen Straßen zum Basislager zurück zukehren.

Im Basislager angekommen, wird schnell der Ruf nach einem abendlichen Pub Besuch laut. Also fix duschen und in die zivilen Sachen geschlüpft. Der Weg vom Campinglatz zum nächsten Pub ist ca. 3 Km. Dieser Weg wird von jedem anders lang empfunden. Im Pub gibt es, neben Ale auch 10oz Steaks und Spareribs. Wenn das Essen auf der Insel auch sonst nicht der Hit ist, hier in diesem Pub versteht der Koch sein Handwerk. An diesem Abend besuchen wir zwei Pubs und es ist ein lustiger Abend. Wir vergessen für einen kurzen Moment das Problem mit dem Bearing 9214.

Donnerstag: Wir fahren die Kawasaki abholen (hoffentlich). Bei unserer Ankunft stellt sich raus, dass die Mechaniker noch keine Zeit hatten, sich um die Maschine zu kümmern. Wir sollten aber warten. Eine Stunde später ist das Problem behoben und der Driver ist 40 Pfund los.. Ja so schnell kann man auf der Insel abnehmen.. Der Vergaser hatte Dreck und eine Zündkerze hat sich für ein sehr dunkles Schwarz, als Makeup entschieden. Nach einer Proberunde durch den Chef, konnten wir die Kawa wieder mit voller Leistung ins Basislager überführen, da waren es wieder fünf Motorräder..

Während unsere täglichen Werkstatttour, sind wir nicht immer zusammen durch Brighton gefahren. Hin und wieder mußten wir auch eine Wache zurück lassen. Es gab jede Menge Kleintiere auf dem Campingplatz Sheepcote. Hier erwischt Winkel ein freches Eichhörnchen wie es in seinem Zelt nach essbarem oder Spielzeug sucht.

News vom Harleyschrauber, das Nadellager ist auch in der USA (und damit weltweit) nicht lieferbar.. Frust!! Wir gehen die 5km nach Brighton. Heute haben wir viel Zeit. England spielt in der WM gegen Uruguay. Das wird bestimmt interessant. Zuerst nehmen wir eine kleine Auszeit am Strand. Das Wasser ist noch zu kalt. Auch wenn am Strand bereits Rettungsschwimmerinnen ihr Lager bezogen haben, will das keiner probieren.. Vielleicht auf dem Rückweg, wenn sie noch da sind.. :-)

Brighton ist das größte und bekannteste Seebad in England. Die heutige Stadt Brighton geht auf eine angelsächsische Gründung aus dem 5. Jahrhundert zurück. Brighton hatte 2 Piers West Pier und den Brighton Marina and Palace Pier(erbaut 1891-1899). Der West Pier 1975 geschlossen. Die im Jahr 2000 von Palace Pier in Brighton Pier umbenannte Vergnügungsstätte ist heute hauptsächlich ein Jahrmarkt mit Restaurants, Bars, Spielhallen, Karussell, Ständen und Achterbahnen. [ Quelle Wikipedia Brighton ]

Brighton Wheel steht direkt an der Strandpromenade und bietet einen spektakulären Ausblick über das Meer auf der einen und bis weit ins Hinterland auf der anderen Seite. Das Brighton Wheel ist 50 Meter hoch und besitzt 36 klimatisierte Gondeln. Es ist seit Oktober 2011 bei praktisch jedem Wetter in Betrieb und wurde in Deutschland gebaut. Das Riesenrad diente während der WM 2010 in Südafrika als Touristenattraktion. Da fahren wir aber nicht mit, bei uns sind nicht alle höhentauglich.. [ Infos http://www.brightonwheel.com ]

Wir rücken wieder in einen Pub ein, in dem es leckere Spareribs gibt. Wir feiern die Wiedergeburt der Kawasaki und drücken die Daumen, dass auch das Nadellager für die Buell irgendwie noch auftaucht. England bereitet sich auf das Fußballspiel gegen Uruguay vor. England hatte bereits das erste Spiel gegen Italien verloren. Jetzt stehen sie unter Zugzwang. In den Pubs ist aber eine lockere Atmosphäre.

An diesem Abend testen wir fünf Pubs an. Allesamt empfehlenswert. Es gab in einem Pub sogar Security und Winkel musste vorübergehend sein Excalibur Schwert (aus Plaste, Geschenk für seinen jüngsten Spross) abgeben.. Die Engländer verlieren an diesem Abend und fliegen aus der WM 2014. Uns (Deutschland) wünscht man viel Glück für die weitere WM. Thorsten und Sören, sind plötzlich verschwunden und so kehren wir auf dem Heimweg zu viert ein letztes Mal ein. Die beiden haben einen anderen kleinen sehr versteckten Pub gefunden und Kontakt zur weiblichen Bevölkerung aufgenommen.. (Englisch lernt man am besten im Pub *g*) Später treffen wir uns alle wieder und der 5Km Marsch zum Basislager "Sheepcote" wird gemeinsam angetreten..

Thorsten träumt vom Lager.. Welt weit nicht verfügbar.. Buell defekt.. Kupplung.. Nadellager.. Bearing 9214.. Wir haben vereinbart, das die Männer am Freitag Richtung Dover aufbrechen. Thorsten und ich bleiben so lange wie möglich in Brighton. Im schlimmsten Fall wollten wir eine Nachtfahrt nach Dover durchführen.. Aber noch haben wir ein paar Stunden Zeit.

Freitag: Ein angelsächsischer Mitcamper hat Probleme beim Einpacken seines Wurfzeltes von Quechua. Er bittet uns um Hilfe. Klar helfen wir, kann doch kein Problem sein so ein Wurfzelt, welches in Sekunden aufgebaut wird, auch in Sekunden einzupacken.. Weit gefehlt!! :-( Wir haben zu dritt an dem Teil gehangen, wir wollten natürlich auch nichts kaputt machen.

Die Jungs packen ihre Zelte zusammen. Thorsten wartet auf den Anruf vom Harleyschrauber, dieser will ganz tief in die Trickkiste greifen und Thosten eine Heimbringerlösung bauen. Thorsten und ich gehen in der Zwischenzeit etwas für die Fitness tun. Wir gehen 5Km laufen (soweit der Plan). Es ist in der Zwischenzeit Mittag und die Sonne brennt uns auf den Pelz. Die letzten Tage mit ihm auf dem Motorrad haben ihren Tribut gezollt, ich gebe nach 4Km auf. Während des Laufes haben wir die Info bekommen, die Buell kann abgeholt werden. Wir gehen duschen und packen auch unsere Sachen und fahren zum Schrauber.

Wir haben die Amerikanerin wieder, sie schaltet sich etwas hart, aber sie läuft. Thorsten hat ein paar Pfund abgenommen (nein, nicht vom Laufen), ist aber glücklich. Wir vermuten, der Schrauber hat ein Gleitlager gedreht und damit das Nadellager ersetzt. Jetzt können wir den Jungs hinterher fahren. Es ist 1600 und wir wählen für die 130km kleine Straßen ohne Mittelstrich. Diese Single Road Tracks sind hier in der Gegend meist mit hohen Hecken zu gewachsen.

Nach ca. 1 Stunde Fahrt, wird es in England Zeit für den 5 Uhr Tee. Wir werfen den Anker an einem kleinen hübschen Pub. Im Inneren gibt es jede Menge Dinge zu sehen (neben der Bedienung) so zum Beispiel alte Steinschloßgewehre, alte Urkunden und Dokumente. Unsere Bedienung Nicole ist ein Multitalent, während das Teewasser kocht, malert sie im hinteren Bereich die Wand.. :-)

Zum 5 Uhr Tee gibt es auch handgemachten Kuchen. Sowas machen wir nur auf der Insel:-) Nach der Pflicht (Tee & Kuchen) nehmen wir noch ein Radler, wegen dem Flüssigkeitshaushalt. Danach verabschieden wir uns von Nicole und düsen zum Campingplatz "little Switzerland". Hier warten die anderen Jungs schon auf uns. Wir kommen ca. 2000 auf dem Campingplatz an. Die Freude über die rollende Amerikanerin ist groß. X+0!

Ankunft auf dem Zeltplatz, wir werden mit dem in England gekauften Handtuch ins Ziel gewunken. Und weil wir heute endlich alle wieder vereint sind (6 Maschinen, 6 Kerle) gibt es heute Abend auch die Fett-Lady. Normalerweise gibt es diese immer zum Bergfest, aber diese Woche war nicht normal.

Samstag: Ein letztes englisches Frühstück auf der Insel. Wir packen danach zusammen und fahren die letzten 15 Kilometer nach Dover auf der Linken Seite. Linksfahren hat doch nicht die Probleme während dieser Woche gemacht. Aber irgendwas ist ja immer.

Ein letzter kurzer Stop an einem Museum. Das Battle of Britain Memorial ist ein Denkmal für die britischen Flugzeugbesatzungen, die an der Luftschlacht um England teilnahmen. Es befindet sich in der Grafschaft Kent auf den Kreidefelsen von Dover bei Capel-le-Ferne, ca 500 m vom Meer entfernt. Das Denkmal hat aus der Luft gesehen die Form eines dreiflügeligen Propellers mit einem Durchmesser von ungefähr 80 m. Nachbildungen zweier Jagdflugzeuge, einer Hawker Hurricane und einer Supermarine Spitfire sind ebenfalls zu sehen. [ Quelle Wikipedia Battle of Brotain Memorial]

Wir stehen pünktlich an der Fähre in Dover. Durch leichte Verständungsprobleme sollten wir noch durch die Zollkontrolle, doch die Beamten vom "königlichen" Zoll haben wohl unsere Fragezeichen in den Augen gesehen und haben uns dann doch durch gewunken. Wir hätten eh nichts zu verzollen, oder darf man keine schmutzige Wäsche mit aufs Festland nehmen? :-)

Und wieder mal macht die Buell Probleme. Beim Tanken in Belgien offenbart uns Thorsten, das sich eine Schraube vom Schaltgestänge verdünnisiert hat. Er ist die letzten Kilometer auf der 5ten Welle gefahren. Nun heißt es wieder basteln, denn in der Amerikanerin sind nur Zollgewinde verbaut.. Als ob wir nicht schon genug Ärger haben, kommt ein belgische Polizist (mit einer FJR) auf uns zu, schreit(!) uns an, das wir ohne Handschuhe fahren (von der Zapfsäule zum Parkstreifen, 50 Meter!) und will 55 Euro pro Mann haben, weil in Belgien Handschuhpflicht ist. Sind wir im falschen Film? Wir fahren alle mit Handschuhen, nur eben mal die 50 Meter nicht.. Seine Bemerkung, wenn wir das nicht wüssten sollen wir in Deutschland bleiben, überhören wir irgendwie. Dieser Satz kommt erst später richtig bei uns an.. Wir verstehen den Mann nicht und kümmern uns um die Buell..

Die Zeltstadt bauen wir ein letztes Mal in Holland auf. Heute Abend spielt Deutschland und wir hoffen, das in der Campingplatzkneipe noch ein Platz frei ist. Deutschland spielt an diesem Abend gegen Ghana 2:2, wir bekommen das Spiel nebenbei mit und lassen den letzten Abend gemütlich ausklingen.. Am Sonntag morgen fahren wir noch nach Geldern frühstücken und trennen uns dann. Das Team Brandenburg nimmt einen anderen Weg in die heimatlichen Gefilde. Diese Tour lief alles andere als geplant, aber so ist das; wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Thorsten und ich sind uns einig, die Tour schreit nach einer Wiederholung!

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